Gottesdienst mit Abendmahlsfeier

im Slüterhaus am Sonntag um 10.00 Uhr

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Gegen Streß, Kummer, Eifersucht, Depression empfiehlt sich die Betrachtung der Wolken. 
Mit ihren rotgoldenen Abendrändern 
übertreffen sie Patinir undTiepolo. 
Die flüchtigsten aller Meisterwerke, 
schwerer zu zählen als jede Rentierherde, 
enden in keinem Museum.

Wolkenarchäologie — eine Wissenschaft 
für die Engel. Ja, ohne die Wolken 
stürbe alles, was lebt. Erfinder sind sie: 
Kein Feuer ohne sie, kein elektrisches Licht. 
Ja, es empfiehlt sich, bei Müdigkeit, 
Wut und Verzweiflung, die Augen 
gen Himmel zu wenden.

 

Hans Magnus Enzensberger


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Karl Krolow   -  Licht

 Als bliebe es so für immer:

das Licht und wieder das Licht,

wie es leuchtet in jedem Gesicht,

leuchtet mit einem Schimmer

 

aus einer helleren Welt

als der uns’ren mit ihrem Dunkel:

Licht, das mit seinem Gefunkel

Die irdischen Schatten erhellt,

noch einen Abschied wie Sterben.

Es leuchtet als Überleben.

Ich seh es, sehe sein Schweben

über allen irdischen Scherben. 

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Joachim Slüter (* um 1490 in Dömitz; † 19. Mai 1532 in Rostock), der Rostocker Reformator. predigt in plattdeutscher Sprache unter der Linde vor der Petrikirche.

Die Slütergemeinde wird im Reformationsjahr an ihn erinnern.
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Gott  

wohnt in einem Licht,

zu dem die Bahn gebricht.

Wer es nicht selber wird,

der sieht ihn ewig nicht.

Halt an, wo läufst du hin?

Der Himmel ist in dir.

Suchst du Gott anderswo,

du fehlst ihn für und für.

Du reisest vielerlei,

zu sehn und auszuspähn.

Hast du nicht Gott erblickt,

so hast du nichts gesehn.

Man kann den höchsten Gott

mit allen Namen nennen;

man kann ihm wiederum

nicht einen zuerkennen.

Gott ist so überalls,

dass man nichts sprechen kann;

drum betest du ihn auch

mit Schweigen besser an.

Angelus Silesius

 


Glauben

Glauben heißt irren. Nicht glauben nützt nichts.

Ricardo Reis


Lied Vom Kindsein

Als das Kind Kind war,
ging es mit hängenden Armen,
wollte der Bach sei ein Fluß,
der Fluß sei ein Strom,
und diese Pfütze das Meer.

Als das Kind Kind war,
wußte es nicht, daß es Kind war,
alles war ihm beseelt,
und alle Seelen waren eins.

Als das Kind Kind war,
hatte es von nichts eine Meinung,
hatte keine Gewohnheit,
saß oft im Schneidersitz,
lief aus dem Stand,
hatte einen Wirbel im Haar
und machte kein Gesicht beim fotografieren.

Als das Kind Kind war,
war es die Zeit der folgenden Fragen:
Warum bin ich ich und warum nicht du?
Warum bin ich hier und warum nicht dort?
Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?
Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?
Ist was ich sehe und höre und rieche
nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?
Gibt es tatsächlich das Böse und Leute,
die wirklich die Bösen sind?
Wie kann es sein, daß ich, der ich bin,
bevor ich wurde, nicht war,
und daß einmal ich, der ich bin,
nicht mehr der ich bin, sein werde?

Als das Kind Kind war,
würgte es am Spinat, an den Erbsen, am Milchreis,
und am gedünsteten Blumenkohl.
und ißt jetzt das alles und nicht nur zur Not.

Als das Kind Kind war,
erwachte es einmal in einem fremden Bett
und jetzt immer wieder,
erschienen ihm viele Menschen schön
und jetzt nur noch im Glücksfall,
stellte es sich klar ein Paradies vor
und kann es jetzt höchstens ahnen,
konnte es sich Nichts nicht denken
und schaudert heute davor.

Als das Kind Kind war,
spielte es mit Begeisterung
und jetzt, so ganz bei der Sache wie damals, nur noch,
wenn diese Sache seine Arbeit ist.

Als das Kind Kind war,
genügten ihm als Nahrung Apfel, Brot,
und so ist es immer noch.

Als das Kind Kind war,
fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand
und jetzt immer noch,
machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge
und jetzt immer noch,
hatte es auf jedem Berg
die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg,
und in jeden Stadt
die Sehnsucht nach der noch größeren Stadt,
und das ist immer noch so,
griff im Wipfel eines Baums nach dem Kirschen in einem Hochgefühl
wie auch heute noch,
eine Scheu vor jedem Fremden
und hat sie immer noch,
wartete es auf den ersten Schnee,
und wartet so immer noch.

Als das Kind Kind war,
warf es einen Stock als Lanze gegen den Baum,
und sie zittert da heute noch.

Peter Handke

 

Die Slüterhauswoche

 

Sonntag, 15. Januar 2017,

10.00 Gottesdienst mit der Combo

in der Kirche zu Gehlsdorf


Dienstag

10.00 Bürostunde

17.00 Konfirmandenzeit

19.30 Lektürekreis

 

Mittwoch

19.00 Kirchengemeinderat

 

Donnerstag

17.15 Bläserkreis


Sonntag, 22. Januar 2017,

10.00 Gottesdienst mit Abendmahlsfeier

 

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Losung für heute:

Wetterbericht

Fotowettbewerb

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