Bläsergottesdienst

am Sonntag um 10.00  Uhr im Slüterhaus

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anweisungen (für christen) zur auferstehung


1.
lass dich festnageln,
und bleib nicht unverbindlich

2.
schrei laut
wenn man dich aufs kreuz gelegt hat
lass dich nicht totschweigen
nur laut und deutlich kannst du den
geist aushauchen
artikuliere den Geist
in einer Sprache
wie sie auf der straße
gesprochen wird
nur wer sich festnageln
und kreuzigen lässt
kann geist aushauchen
ausströmen
sturm entfachen
pfingststurm.

3.
lass die begraben
aber lass dich nicht einbalsamieren
nicht mumifizieren
lass dich nicht sterilisieren
bleib lebendig
bewege dich
deine bewegungen werden andere
bewegungen auslösen
lass dich begraben
nur das weizenkorn das begraben wird
das in den dreck fällt
wird sich vermehren
wird auferstehen

4.
steh auf
wenn dich etwas umgeworfen hat
steh auf, wenn ein anderer besser deinen platz
ausfüllt
auch das ist auferstehung
steh auf
gerade wenn du meinst
du könntest nicht auferstehen
der stein vor deinem grab
wird sich von selbst
fortbewegen
es wird dir ein stein vom herzen
fallen

5.
fürchte nicht
es könnte nicht weitergehen
es wird weitergehen

6.
geh mit dem kopf durch die wand
aber nicht bloß mit dem kopf
für uns wird es nie offene türen geben
merk dir das besonders.

7.
zeige nie dass du recht hast
verzichte darauf recht gehabt
zu haben

8.
dränge dich nicht auf als wissender
wissende gibt es sowieso nicht
in diesen fragen auf tod und leben
geh als fremder mit
du hast als fremder mehr chancen
gehört zu werden
glaube nicht an jerusalem
nicht an rom
nicht an moskau
nicht an peking
und nicht an washington
nicht an oben
geh nach emmaus an den rand
unterwegs werden dir im gespräch
die augen aufgehen

9.
komm als gärtner
als straßenkehrer
als schaffner
als kellner
du findest in der stehbierhalle
offenere ohren
als an heiliger stätte

10.
geh weit voraus
und hab keine sorge
sie könnten nicht mitkommen
nicht nachkommen
streu krumen hinter dich
mach alle ostergeschichten wahr
und frage nicht ob sie wahr sind
probier sie aus
ob sie auf dich passen
sie passen auf dich
sei sind keine totengeschichten
probier sie
dann wirst du sehen
es sind wahrsagegeschichten.

Aus: Wilhelm Willms, Der geerdete Himmel, Kevelaer 1997.

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Karsamstagslegende

Seine Dornenkrone

Nahmen sie ab

Legten ihn ohne Würde ins Grab.

 

Als sie gehetzt und müde

Andern Abends wieder zum Grabe kamen

Siehe, da blühte

Aus dem Hügel jenes Dornes Samen.

 

Und in den Blüten, abendgrau verhüllt

Sang wunderleise

Eine Drossel süss und mild

Eine helle Weise.

 

Da fühlten sie kaum

Mehr den Tod am Ort

Sahen über Zeit und Raum

Lächelten im hellen Traum

Gingen träumend fort.

Bertolt Brecht, in: Die Gedichte, Suhrkamp 200412, S. 9

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Joachim Slüter (* um 1490 in Dömitz; † 19. Mai 1532 in Rostock), der Rostocker Reformator. predigt in plattdeutscher Sprache unter der Linde vor der Petrikirche.


Die Slütergemeinde wird im Reformationsjahr an ihn erinnern.
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Die Slüterhauswoche

 

Sonntag Misericordias Domini

10.00 Bläsergottesdienst mit Pastor Dümmel

 

Dienstag

10.00 Bürostunde

 

Mittwoch

19.00 Kirchengemeinderat


Donnerstag

15.00 Seniorennachmittag

17.30 Bläserkreis

19.15 Chorprobe

 

Sonntag Jubilate

10.00 Gottesdienst mit Taufen

 

 

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Losung für heute:

Wetterbericht

Fotowettbewerb

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